Es gibt viele Dinge, die ich gerne in anderen Ländern mache: Land und Leute kennen lernen, mit dem Jeep durch unwegsames Gelände fahren, am Strand entlang laufen, die frische Luft einatmen … Am allerliebsten aber lerne ich das lokale Essen kennen. Die Gerüche, die Düfte, die Aromen, ich könnte mich stundenlang in Restaurants, Supermärkten und Bazaren aufhalten und das Treiben und die Geschäftigkeit der einkaufenden Lokals und Touristen beobachten.

Kochkurse besuchen ist ebenfalls ein Hobby von mir. Egal ob in Deutschland oder im Ausland, es macht einfach Spaß neue Fertigkeiten zu lernen und sich auf die einheimische Küche einzulassen. Zuhause in D finde ich, dass Kochkurse ein angenehmer Zeitvertreib mit Weiterbildungseffekt sind. Mal mache ich einfache VHS Kurse, mal professionelle Kochakademie, mal ist Kochen Teil einer offiziellen Ernährungsweiterbildung. Jeder Kurs ist anders, aber immer habe ich Spaß, bekomme neue Ideen und Eindrücke wie man seine Gerichte aufpeppen kann.

Was ich ganz fantastisch finde und oft auch schon vor dem Abflug organisiere, ist ein Kochkurs im Urlaub, der mir einheimisches Essen näher bringt. In Goa, Indien, hatte ich 2013 z.B. einen Kochkurs gebucht, der mit ganz einfachen Herdplatten, keiner richtigen Spüle, wenig Zutaten, aber mit viel Erklärung und Liebe zum Detail uns 4 kochinteressierten Touristen die Grundzüge der indischen vegetarischen Küche näher gebracht hat. Wir wurden in die Geheimnisse solch wohlklingender Rezepte wie Palak Paneer oder Masala eingeweiht und haben unser eigenes Chappati Brot auf offener Gasflamme gebacken. Ein Highlight, wenn im Chappati beim Backen Blasen auftreten und der Kochlehrer zufrieden mit seinen Schützlingen ist.

2017 hat mich meine Lust auf Kochkurse in eine eher ungewöhnliche Kochsituation gebracht. Als Martin und ich durch den Souk von Marrakesh gelaufen sind, habe ich ein Schild zu einem veganen Restaurant (Earth Cafe) gesehen, das ich tags zuvor schon auf happycow.net mit guten Bewertungen gefunden hatte. Eigentlich wollte ich gar nicht in das Restaurant, gegessen hatten wir schon, ich war dann aber doch neugierig auf die Speisekarte und was sie dort anbieten. Auf meine Frage nach einem Blick in die Speisekarte, bat mich die Bedienung, an die Wand um die Ecke zu schauen, die Gerichte hingen an einer großen Tafel.

Beiläufig stand auf einer anderen Wand in Handschrift, dass man auf Wunsch auch Kochkurse machen konnte. Jetzt hatten sie meine Neugierde geweckt. Bei einigem Nachfragen konnte ich feststellen, dass die Angestellten etwa genauso viel Englisch wie ich Französisch sprechen. Wir konnten aber ausmachen, dass Martin und ich am folgenden Tag um 12 Uhr einen Kochkurs bekamen. Freu*.

Brav tauchen wir auch am nächsten Tag auf, werden freundlich begrüßt und mit Schürze und einem frisch gepressten Saft ausgestattet. Das ungewöhnliche an dem Kochkurs war, dass es eigentlich kein Kochkurs war, sondern wir unser eigenes Essen unter Anleitung zubereitet haben. Normalerweise kenne ich einen Kochkurs so, dass der Küchenchef sagt was gekocht wird und dann macht man das von der Pike auf alles frisch.

In Marrakesh war das etwas anders. Wir durften uns ein Gericht der normalen Speisekarte aussuchen und ab ging es an die Herdplatten. Mit Hilfe der Köchin, ihren nicht-existierenden Englischkenntnissen und unserem noch viel schlechterem Französisch, aber dafür mit viel Handsprache und Lachen, haben wir Filoteig mit Gemüse gefüllt, Glasnudeln mit verschiedenen Gemüsen gebraten und tausende von Sößchen ins Essen gekippt, die die Küche schon fertig vorbereitet hatte. Ein bisschen Deko außenrum, ein paar Spritzer Soße da und fertig war unser Küchenzauber, den wir dann auf dem Rooftop Terrasse mit Blick auf das Treiben des Souk geniessen konnten. Zum Abschluss wurden wir mit marokkanischen Plätzchen und dem obligatorischen Minztee verwöhnt.

Wir hatten 2 wunderbare, lustige Stunden, viel gelernt und jede Menge Spaß gehabt. Ich kann euch nur empfehlen auch mal im Urlaub einen Kochkurs zu besuchen, denn das ist eine ganz andere Art Land und Leute kennen zu lernen. Schreibe mir gerne einen Kommentar, ob du auch schon Kochkurserlebnisse im Urlaub hattest und wie es dir dabei ergangen ist.

Urlaub Kochkurse: Goa – indisch

Urlaub Kochkurse: Marrakesh – veggie à la Marokko