Ahhh, da geht mir das Herz auf, wenn morgens die Sonne scheint und ein toller Wandertag geplant ist. Diesmal sollte es mit der BOB-Bahn nach Bayrischzell gehen (Nähe Schliersee, die Fahrt dauert ca. 80 Minuten). Von dort aus dann zu Fuß über die Neuhütte wieder nach Bayrischzell zurück. Die Höhendifferenz war in meinem Wanderbuch mit 550 Meter angegeben und einer Wanderdauer von 3,5 Stunden.

Von der Bahnstation in Bayrischzell läuft man in wenigen Minuten zum Wanderparkplatz Seebergkopf (außer man lässt sich wie ich erstmal auf den sehr schönen Liegebänken in der Ortsmitte nieder und lauscht dem Sonntagskonzert der örtlichen Blaskapelle) und folgt dann den Schildern Richtung Neuhütte. Zuerst geht es beständig den Berg hoch – dank dem Wald aber schön schattig. Ins Schwitzen komme ich trotzdem, werde aber nach einer halben Stunde auch mit einem wunderschönen Ausblick zum Wendelstein belohnt. Die meisten Besucher in Bayrischzell kennen nur den (da geht ja auch eine Bergbahn bequem hoch). Aber nicht für mich, denn ich laufe weiter und sammele beständige Höhenmeter. Die Neuhütte lasse ich nach einem Fotostopp mit Kühen gleich hinter mir, brauche noch keine Brotzeit.

Nach der Neuhütte geht es leicht bergab zur Klareralm. Dort muss ich mich entscheiden: laut meinem Wanderbuch geht es links entlang auf einem ausgesetzten Weg für Schwindelfreie zur Niederhoferalm oder rechts der Weg für Normalos. Da ich mit meinem Mann unterwegs bin, ist die Entscheidung klar: links (wenn man mit ihm wandert muss immer mindestens ein Wasserfall, eine schöne Hütte, ein Gipfelkreuz und mindestens eine gefährliche Stelle dabei sein, wo ich dann die Wanderkrise kriege … habt ihr auch so ein männliches Exemplar von Abenteuerwanderer zuhause?).

Die Niederhoferalm gibt’s seit 1779, sie ist total urig und wird von netten Bauersleuten bewirtschaftet. Das Vieh läuft frei herum (18 Hühner) zwischen den sich ausruhenden Gästen und sogar 2 Schweine und 2 Ziegen habe ich zu Gesicht gekriegt. Bis ich allerdings meine Kamera startklar hatte, waren die beiden freilaufenden Schweine schon wieder verschwunden. Daher leider kein Beweisfoto, ich muss nächstes Mal schneller sein. Das Essensangebot auf der Alm ist überschaubar: Speckbrot oder Käsebrot, aber bei dem Ausblick auf die umliegenden Berge (und Kühe) einfach lecker.

Praktischerweise steht direkt neben der Alm ein Gipfelkreuz (hihihi!), so dass ich diesmal gar nicht kraxeln musste, sondern ohne Anstrengung zum Kreuz gekommen bin. Leider ist das Beweisfoto verwackelt, das wollte ich so verschwommen nicht präsentieren, aber egal. Weiter ging’s, ich hatte ja immer noch die ausgesetzten Streckenabschnitte vor mir. Und nun ein Wort dazu: alles halb so schlimm. Ja, die Wege sind schmal. Ja, es geht ein paar Mal rechts neben dir den Grasabhang hinunter, aber selbst wenn du fällst, dann fangen dich die Bäume auf. Also, alles in allem eine gut machbare und wunderschöne abwechslungsreiche Strecke, auch für Leute die etwas Höhenangst und Angst vor Abgründen haben.

Das Einzige was ein bisschen nervt, ist dass man am Ende des Abstiegs noch 45 Minuten im Tal an einer Fahrradstrecke durch den Wald laufen muss, da fangen die Füße dann echt das Meckern an. Nach gefühlten endlosen Kilometern kommt man aber wieder an der schönen Liegebank in Bayrischzell an (Kuchen und Kaffee gibt’s gleich um die Ecke, auch sonntags). Herrlich!

Wandern ist meine Leidenschaft

Wandern ist meine Leidenschaft

Warum ich gerne wandere? Weil ich mich dabei frei fühle.
Frei von Arbeit,
frei von to do Listen,
frei von allem was mir so durch den Kopf geht.

Ein Tag an der frischen Luft, von Bergen umgeben, ist ein Traum für mich, den ich versuche so oft wie möglich umzusetzen.

Vielleicht kann ich dich ebenfalls fürs Wandern begeistern und lasse dich daher an einigen meiner Touren teilnehmen.