Ausreden, um keinen Sport zu machen

Keine Ausreden mehr!

Am ersten Septemberwochenende war ich mit 24 sportinteressierten Leuten auf einer Hütte in Tirol, in der Nähe von Wörgl, wo wir gemeinsam Sport gemacht und gekocht haben und gewandert sind in den wunderschönen Bergen der Region. Außerdem habe ich einen Workshop gehalten zum Thema Mindset und Training.

Die Gruppe bestand hauptsächlich aus Menschen, die gerne und regelmäßig Sport machen und für die Sport eine Gewohnheit ist, die einfach zu ihrem Leben dazu gehört. Mit einigen Teilnehmern habe ich mich intensiver unterhalten und auch für sie gibt es immer wieder Phasen, in denen sie mit sich kämpfen müssen, um Sport zu machen. Man ist also selbst als sportbegeisterte Person nie davor gefeit, dass alles glatt geht und man dauerhaft motiviert ist. Wir alle haben Zeiten, in denen uns der Sport und die Bewegung leichter fällt und Zeiten, in denen wir uns selbst in den Hintern treten müssen (oder treten lassen müssen) und die Ausreden versuchen, Oberhand zu gewinnen.

Im Mindset Workshop habe ich mit den Teilnehmern gebrainstormt, welche Ausreden sie selbst haben (oder von anderen in ihrem Umfeld kennen), um nicht so viel Sport zu machen, wie sie machen wollen oder sollten.

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Die Nummer 1 der Ausreden: Keine Zeit

Die erste Antwort die kam war, keine Zeit. Logisch, war klar. Wer hat heutzutage schon Zeit für irgendwas. Keine Zeit ist aus meiner Erfahrung der zweithäufigste Grund, warum es mit dem Sport nicht dauerhaft klappt. Jeder will was von einem. Überstunden im Job, Reisetätigkeit zu Kundenterminen, Projekte die schnell noch fertig gemacht werden müssen, Kind und Kegel unter einen Hut zu bringen, vielleicht noch betreuungsbedürftige Eltern und irgendwann will man ja auch mal ein Buch lesen, in die Sauna gehen oder einfach nur alle Viere von sich strecken.

Das kann ich gut verstehen, mir ging es jahrelang genauso, dass ich wenig Zeit hatte weil ich viel gearbeitet habe, auch am Wochenende und spät abends und in jeder freien Minute in den Zug gesprungen bin, um zu meiner kranken Mutter 4 Stunden entfernt zu fahren und am nächsten Tag wieder zurück. Dennoch habe ich immer wenn ich mal später angefangen habe zu arbeiten oder in der Mittagspause meine Sportschuhe geschnürt und mich bewegt, weil ich wusste wenn ich das nicht tue, dann komme ich mit meinem beruflichen und privaten Stress nicht mehr lange klar.

Ich weiß zu 100 %, dass mich mein gesunder Lebensstil und dadurch, dass ich auf meinen Körper gehört habe und ihm gegeben habe was er braucht an Bewegung und Nahrung, einen saftigen Burnout vermieden habe, den jeder andere mit meinem Stress sicher gehabt hätte.

Auch schlechtes Wetter sorgt für Ausreden

Bei meinen Hüttendiskussionsteilnehmern beliebt war auch die Ausrede, schlechtes Wetter. Laut meinen Workshopleuten ist es oft entweder zu heiß, zu kalt, zu regnerisch oder zu xyz. Irgendwas am Wetter passt nie, wenn man es darauf anlegt nicht rausgehen zu müssen. Wer keine intrinsische Motivation, also keine Motivation von sich von innen heraus spürt, der lässt sich nur zu gerne vom Wetter ablenken. Gemütlich auf dem Sofa zu liegen bei Wind, Wetter oder zu viel Sonnenschein ist für viele eine willkommene Ausrede und ein guter Rechtfertigungsgrund vor sich selbst und anderen, mal wieder nicht ins Tun zu kommen. Hört sich ja auch viel besser an, wenn man sagt, gestern hat es geregnet, deshalb konnte ich nicht laufen gehen, als wenn man sagt, ich war faul und bin deshalb nicht losgelaufen. Man hätte schließlich auch Regenkleidung anziehen können.

Gleich danach kamen folgende Ausreden: zu müde, keine Lust, ladies haben öfters ihre Tage oder Migräne, manchen fehlt auch die passende Ausrüstung, man fühlt sich schlapp nach der Arbeit oder krank, weil mal wieder die Husten- und Bazillensaison angefangen hat oder der Kollege trotz Grippe ins Büro gekommen ist.

Ganz wichtig ist auch, ob man einen Trainingspartner hat oder nicht. Ein guter Trainingspartner ruft einen an, motiviert einen und zieht einen mit, auch wenn man müde ist, keine Lust hat oder sich schlapp und krank fühlt, obwohl man es nicht ist. Ein Buddy, der auf einen wartet ist ja ein Termin, den man nicht so einfach absagen und enttäuschen will.

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Die Antriebslosigkeit…

Manchmal ist man aber auch einfach nur antriebslos, weil die Psyche nicht mitspielt. Man neigt zu Depressionen, gerade in der dunkleren Jahreszeit, ist unzufrieden mit sich, dem Job, der Welt im allgemeinen und kann sich nur schwer zu irgendwas motivieren. Zum Sport schon gleich zehnmal nicht, denn das kostet ja nochmal Überwindung aus dem Haus zu gehen. Das kann ich gut verstehen, denn mir ging es früher auch so, dass ich im Sommer oder auch im Winter bei Sonnenschein leichter in meine Sportklamotten gehüpft bin, als wenn es draußen grau in grau ist. Wenn man jedoch den Spaß am Sport, den richtigen Sport oder den passenden Trainingspartner gefunden hat, dann ist es egal ob es draußen grau ist oder die Sonne scheint. Und man weiß dann auch, dass einem besonders in einer depressiveren Phase der Sport gut tut, Glücksgefühle auslöst und die Psyche stärkt und entspannt. Deshalb: Lass keine Ausreden zählen!

Ein weiterer Grund der genannt wurde ist der Leistungsdruck, den man sich entweder selbst macht oder den man von anderen bekommt. Auch beim Sport kann man sich unter Druck setzen ständig höher, schneller, weiter zu wollen oder sollen. In unserer Workshop-Diskussionsrunde hat ein Teilnehmer erzählt, dass er schon einige Marathons gelaufen sei, immer knapp über 4 Stunden. Er schaffe es einfach nicht unter 4 Stunden und setze sich so unter Druck, dieses Zeitlimit zu knacken. Dieser Druck ist selbstgemacht, er kommt nicht von außen. Im Gegensatz zu jemand der abnehmen will, weil ihr der Arzt gesagt hat, dass sie mindestens 10 Kilos abspecken müsste bevor eine bestimmte Behandlung gemacht werden könnte. Dann kommt der Leistungsdruck von außen.

Beide Arten von Leistungsdruck finde ich auf Dauer nicht förderlich. Klar, Sportler die etwas erreichen wollen, müssen sich etwas unter Druck setzen, sonst erreichen sie nichts. Doch für uns Freizeitsportler sollte der Spaß an der Bewegung im Vordergrund stehen. Wenn wir etwas mit Freude tun, dann schaffen wir es leichter. Wir sind motivierter, wenn wir eine Sache, ein Ziel unverkrampft angehen, als wenn wir und darauf versteifen etwas zu müssen, weil wir selbst oder eine externe Person es uns eingetrichtert hat.

Mach es dir leicht – so haben Ausreden weniger Chance

Manchmal fehlt auch die passende location. Wenn man gerne Ski fährt, aber der nächste Berg 3 Stunden Autofahrt entfernt ist, dann ist das keine gute Voraussetzung für einen regelmäßigen Sport. Genauso, wenn man auf dem Land wohnt, ist vielleicht das nächste Fitnessstudio 10km entfernt, was auch nicht zu regelmäßigen Besuchen anspornt. Man muss sich also einen Ort suchen, der leicht und unkompliziert zu erreichen ist. Für mich ist das zuhause, im heimischen Wohnzimmer. Meine Kundinnen rollen dann einfach ihre Gymnastikmatte aus, holen sich ein paar kleine Sportgeräte aus dem Schrank, legen sich eine flotte oder entspannende Musik ein und fangen an mit ihrem Trainingsplan, den sie von mir erhalten haben. Und freuen sich dann, wenn sie beim nächsten live Gespräch mit mir berichten können, wie fleißig sie gewesen sind. Dann gibt’s nämlich auch immer ein großes anerkennendes Lob von mir.

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Last but not least kamen wir beim brainstormen auf den Gruppenzwang zu sprechen, der auch gerne ein Grund ist, warum man weniger Sport macht oder auch den falschen Sport, der einem nicht gut tut. Wenn man schon seit Jahren Volleyball spielt und immer wieder verletzt ist, möchte man dennoch weiterhin mit seinen Trainingskolleginnen zusammentreffen, auch wenn das Knie, das Sprunggelenk oder der Rücken nicht mehr so mitmachen. Man will die Truppe nicht hängenlassen. Gruppenzwang gibt es vielleicht auch unter Kollegen, die eine bestimmte Sportart treiben und jeden Montag davon erzählen, was sie am Wochenende alles getan haben. Dann will man auch nicht aus die faule Person dastehen und tut unter Umständen Dinge auf die man entweder keine Lust hat oder die zu schwierig für das eigene Leistungsniveau sind.

Gruppenzwang kann auf der anderen Seite auch positiv sein, gerade für Leute, die sich nicht so gut selbst motivieren können. Feste Trainingstermine mit dem Verein oder dem Outdoor Zirkeltrainingsteam sind für viele ein wichtiger Grund sich aufzuraffen, denn die anderen würde sonst beim nächsten Training nachfragen, wo man geblieben ist, warum man faul war oder warum man sich nicht abgemeldet hat. Ein freundlicher Gruppendruck kann also auch seine guten Seiten haben – und halten vom Ausreden erfinden ab. 😉

Der wichtigste Hinderungsgrund, um weniger Sport zu treiben als man eigentlich möchte, ist dieses kleine Tierchen mit dem großen Rüssel, das auf den Namen innerer Schweinehund hört. Ich beschäftige mich sehr intensiv mit ihm und seinen Gewohnheiten und wenn du ihn gerne loswerden willst, weil er dich nervt, dann zeige ich dir gerne, wie du es in 5 einfachen Schritten schaffst, DEINEN Schweinehund auf deine Seite zu bringen, so dass er dich nicht länger sabotiert, sondern mit dir an einem Strang zieht. 

Wie man die oben genannten Ausreden auch dreht und wendet, man kommt immer auf den Schweinehund zurück, denn wenn du ihn nicht genug davon überzeugt hast, dass Sport ab sofort zu dir und deinem Leben gehört so wie das tägliche Zähneputzen, dann wirst du noch tausend Argumente mit ihm führen und nie länger als 3 Wochen am Stück Sport machen. Also bring ihn auf deine Seite und starte am besten gleich. Schreibe mir einfach eine Nachricht oder reserviere dir ein Kennenlern-Date mit mir und wir sprechen über dich (und IHN). 

Sobald der Sport zu einer Gewohnheit geworden ist, hat man all diese Ausreden nicht mehr (dein kleiner innerer Freund dann auch nicht mehr). Oder zumindest nicht mehr so stark oder in unregelmäßigen Abständen. Vor allen Ausreden sicher wirst du nie sein, das wäre ja auch unmenschlich, aber wichtig ist es, dass du gute Gewohnheiten für deinen Alltag entwickelst und dabei helfe ich dir gerne.

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Kennst du schon meinen Podcast „Hoch vom Sofa!“? Zu den längeren Blogartikeln nehme ich entsprechend einen Podcast auf. Wenn du also lieber hörst statt liest, dann schau doch mal beim Fitness-Podcast vorbei und lass dich zu mehr Bewegung und Aktivität im Alltag motivieren.

Es erwarten dich nicht nur meine eigenen Episoden, sondern auch spannende Interviews mit Kolleg*Innen aus dem Fitness- und Gesundheitsbereich, sowie Gäste die dir verraten, wie sie es geschafft haben, trotz anfänglicher Hindernisse, sportlicher zu werden.