Zu meinen Interviews lade ich mir Persönlichkeiten aus der Fitness-, Ernährungs- und Gesundheitsbranche ein, die mich selbst begeistern und die ich dir vorstellen möchte. Lass dich von ihnen motivieren und dir Impulse und Anregungen für dein eigenes Streben nach einem besseren und gesünderen Leben geben.

*****  Trommelwirbel   *****:

Heute im Interview: Katja Graumann

Kerstin: Hallo Katja, vielen Dank erst mal, dass du dir die Zeit nimmst, uns etwas über dich, dein Leben und deine Fitness- und Gesundheitsphilosophie zu berichten J.

Erzähle uns doch ein bisschen, wer du bist und was du beruflich machst.

Katja: Hallo, ich bin Katja, 39 Jahre jung und Mama eines 8-jährigen Sohnes. Ich arbeite im Ernährungs- und Fitnessbereich seitdem ich im Jahre 2000 meine Ausbildung zur Diätassistentin und zum Fitnesstrainer abgeschlossen habe. Seit 2008 bin ich hauptberuflich selbstständig.

Ke: Was hat dich dazu inspiriert in die Fitness-, Ernährungs- und Gesundheitswelt beruflich einzusteigen?

Ka: Ich habe mich schon immer für das Thema Gesundheit interessiert. Schon in der Schule war Bio mein Lieblingsfach und mein Leistungskurs. Als ich die Wahl zwischen Studium und Berufsausbildung hatte, habe ich mich für mehr Praxis entschieden.

Ke: Deine Facebookseite heißt „Gesundheit in Bewegung – Ernährung und Sport“. Was möchtest du deinen Followern mit deinen Facebook Beiträgen vermitteln? Was ist dir wichtig?

Ka: Mir ist wichtig, dass ich so vielen Menschen wie möglich vermittle, wie wichtig unsere Gesundheit ist und dass wir selbst den meisten Einfluss auf sie haben. Und: alles ist im Fluss und in der Weiterentwicklung. Das Wichtigste, was ich lernen durfte in den letzten 20 Jahren ist, dass sich alles immer verändert und entwickelt. Das versuche ich seit 15 Jahren auch in meinen Seminaren und Weiterbildungen zu vermitteln. Für mich ist ein Trainer dann ein guter Trainer, wenn er über den Tellerrand schaut, sich stetig weiterentwickelt und das Ziel des Kunden wichtiger ist, als das eigene Ego. Und genau deshalb möchte ich gern eine Community aufbauen, die das genauso sieht.

Ke: Du bist sehr stark im Ernährungsbereich unterwegs und hast auch zahlreiche Ausbildungen gemacht, u.a. als Diätassistentin. Was begeistert dich daran, anderen Menschen Ernährung beizubringen?

Ka: Wir ernähren uns täglich. Und das mehrmals 😉 Während Sport einen etwas kleineren (zeitlichen) Anteil an unserem Leben hat, so sind wir quasi gezwungen, uns mit jeder Mahlzeit die wir aufnehmen mit unserem Essen zu beschäftigen. Und wenn wir in diesem Bereich 80% richtig machen, also richtige Entscheidungen treffen, dann haben wir wahnsinnig viel Basis für ein langes und vor allem gesundes Leben geschaffen. Daher ist es so wichtig gerade in diesem Bereich immer wieder Input zu geben, Ideen und Anregungen zu schaffen und die Menschen zu unterstützen. Ich liebe es, mein Wissen an andere Trainer weiterzugeben und quasi Multiplikatoren auszubilden. Um so viele Menschen wie möglich zu erreichen.

Ke: In letzter Zeit hast du einige Blogartikel über das Thema Zucker geschrieben und was Zuckerkonsum mit dem Körper macht. Kannst du kurz zusammenfassen, wie stehst du dazu, wenn jemand in seiner Ernährung regelmäßig größere Mengen an Zucker konsumiert?

 

Ka: Zucker ist leider zu einem der größten Probleme unserer heutigen Ernährung geworden. Dadurch, dass er fast überall (versteckt) enthalten ist, kommen wir auf durchschnittlich 43 kg pro Kopf pro Jahr. Und Übergewicht ist leider nur eine der vielen Folgeerkrankungen. Auch vermeintlich Schlanke erwerben sich mit der Zeit Störungen im Hormonstoffwechsel, in der Appetitregulation, es kann zu einer Fettleber kommen, einem hohen Cholesterinspiegel, hohen Harnsäurewerten und Bluthochdruck. Alles Erkrankungen, die wir früher eher mit Fett in Verbindung gebracht haben.

Heute wissen wir es besser. Es ist sicher nicht einfach den Zucker aus der Ernährung zu verbannen und gänzlich muss das ja auch niemand, aber jedes bisschen weniger bringt dir ein bisschen mehr Gesundheit oder Prävention. Unsere Lebenserwartung ist schon wieder um 6 Jahre gestiegen – leider ist die Anzahl der Jahre, die wir gesund sind, um etwa 50% gefallen. Das ist eine beängstigende Zahl. Was nützen mir ein paar Jahre mehr, wenn ich krank und pflegebedürftig in einem Altenheim vor mich hinvegetiere – meine Vorstellung von Alter sieht anders aus. Und genau das hat jeder selbst in der Hand.

Ke: Wie ernährst du dich selbst? Auf was achtest du in deiner persönlichen Ernährung?

Ka: Ich versuche so viel wie möglich selbst zuzubereiten. Dabei geht es in meiner Ernährung nicht um Perfektion, sondern um genau das, was sich jeder wünscht – schnell, einfach, schmackhaft. Das liegt natürlich immer im Auge des Betrachters, aber wenn man erst einmal schmeckt, wie naturbelassene Lebensmittel (ohne Geschmacksverstärker und Co.) schmecken, dann öffnen sich ganz neue Horizonte. Grundsätzlich ernähre ich mich nicht nach einem Konzept – also weder Paleo, noch LowCarb oder Vegan. Ein Konzept ist mir zu starr und legt mir Grenzen auf, denen ich mich nicht ergeben möchte. Ich möchte selbst bestimmen, wann ich was esse – und mich nicht von einem Konzept in die Enge drängen lassen. Im Fachjargon nennt man das in etwa „flexible Verhaltenskontolle“.

Ich schaue, dass ich möglichst gute tierische Produkte konsumiere, lege Wert auf Bio (nicht bei allem, aber bei einigen für mich wichtigen Lebensmitteln), ich verzichte weitestgehend auf Kuhmilch-Produkte, esse Eier von einem Bio-Hof aus der Nähe und meide so gut es geht Gluten. Aber ich esse auch gerne mal eine Pizza, wenn ich Lust drauf hab – mit Käse 😉

Wie gesagt – die 80% Regel ist die einzige Regel, die ich wirklich habe.

Ke: Einige der Trainingsfotos, die du auf deiner Facebookseite gepostet hast, sehen sehr „intensiv“ aus. Wie trainierst du selbst?

*Ka: Intensiv ist relativ 🙂 Ich bin schon weg von 100 Wiederholungen Beinheben rechts, dann links. Für mich ist es wichtig, dass ich in relativ kurzer Zeit effektiv trainiere, um meinen Zielen näher zu kommen. Das heißt schon, dass ich eher mit 3 bis 6 Wiederholungen, in Ausnahmefällen mit max. 10 Wiederholungen trainiere. Dementsprechend ist das Gewicht höher, was ich bewege – das ist ganz klar. Aber genau das macht mir auch Spaß – ich bin stark, meistere meinen Alltag, halte meine Figur in Form und das alles mit durchschnittlich 3 Trainingseinheiten á 60 min pro Woche.

Das Gute daran ist, dass sich dann unsere Mädels in den Kursen auch endlich trauen Gewichte in die Hand zu nehmen und es den Männern im Training zu zeigen. Oft legen sie vor und die Männer ziehen nach. Was aber immer eine wichtige Sache ist, dass Trainingsqualität oberste Priorität ist. Sonst werde ich nicht besser, sondern verletze mich im schlimmsten Fall. Also auch hier gilt unsere 80% Regel. Im Training heißt das übersetzt: „Wenn du noch eine schöne Wiederholung machen könntest – heb sie auf!“

Training im Urlaub

Wusstest du, dass dein Cortisol-Spiegel morgens am höchsten ist und er abends am niedrigsten sein sollte? Damit du gut schlafen und regenerieren kannst?Und wusstest du, dass Sport und Training deinen Cortisol-Spiegel erhöht? Eigentlich blöd, abends zu trainieren. Im Alltag oft nicht anders machbar, aber im Urlaub geht das! Das wichtigste dabei: das Stress-Level reduzieren und den Cortisol-Spiegel auf "normal" bringen. Also im Urlaub faulenzen? Na definitiv! Sonne genießen, Pool, den ein oder anderen Cocktail...Aber: so komplett nichts tun? Muss nicht sein! Ein kurzes Workout geht immer - auch oder besonders draußen! Denn dann kannst du gleich noch den immunbooster Vitamin D haschen 😍Was geht bei dir so im Urlaub?

Gepostet von Katja Graumann - Business & Mindset Coaching für Personal Trainer am Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ke: Du bist ja vor kurzem erst im Urlaub gewesen. Wie hältst du es mit Fitnesstraining, wenn du unterwegs bist auf Reisen?

*Ka: Da Bewegung genau wie das Essen zum Leben gehört, wird sich natürlich auch im Urlaub bewegt. Das Gute: wenn du recht aktiv bist im Alltag, dann spürst du, wenn dein Körper Bewegung braucht. Aber auch hier gilt „weniger ist mehr“. Ein paar kurze intensivere Einheiten reichen aus. 20 min Training mit Basisübungen wie Kniebeuge, Liegestütz, Klimmzüge zum Beispiel. Geht prima mit dem eigenen Körpergewicht und zum Beispiel auf einem Spielplatz – vom letzten Urlaub gibt’s da ein kleines Video.

Ke: Ernährst du dich anders, wenn du unterwegs bist und nicht in deinem gewohnten Umfeld?

Ka: Ich versuche es genauso zu machen wie zuhause. Wo soll auch der Unterschied liegen? Und selbst im Urlaub in anderen Ländern gibt’s Gemüse, Fleisch, Eier und Co. Pommes, Brötchen und Süßkram werden einfach links liegen gelassen. Klar gibt’s auch mal ein leckeres Dessert und Eis, aber in moderaten Mengen ist das kein Problem.

Ke: Packst du irgendwas an Fitnessgeräten oder Nahrungsmitteln von zuhause in den Koffer mit ein?

*Ka: Kommt drauf an, wo wir sind. Im letzten Sommerurlaub haben wir zwei Kettlebells und Clubbells mitgenommen, weil wir mit dem eigenen Auto unterwegs waren. Wenn wir fliegen geht das natürlich nicht, aber mein eigenes Gewicht hab ich ja immer mit und das reicht definitiv, um intensiv zu trainieren. Lebensmittel nehme ich maximal meine Hafermilch für meine Kaffee mit J Die ist nicht standartmäßig vorhanden und Kuhmilch mag ich halt nicht.

Ke: Wo können wir noch mehr über dich erfahren und deinen Blog lesen? Auf welchen Social Media Kanälen bist du unterwegs?

Ka: Ich bin natürlich auf facebook präsent https://www.facebook.com/KatjaGraumannGesundheitinBewegung/ und auf Instagram https://www.instagram.com/katjagraumann/

Des Weiteren habe ich eine Website www.katjagraumann.com und meinen Podcast für Personal Trainer.

Das ist der Link zum Podcast auf iTunes:

Und hier der Link zum Podcast für Android:

Ke: Vielen Dank, dass wir dich kennen lernen durften und weiterhin viel Erfolg!