Sei mutig! Kümmere dich um DICH

Gehörst du zu den Leuten, die gerne etwas Neues probieren oder bist du eher ein Typ der Bekanntes bevorzugt? Mein Vater sagt immer den Ausspruch (sorry, er ist etwas salopp): „was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“, wenn es darum geht neue Dinge in Angriff zu nehmen. Heißt so viel wie: neue Sachen machen vielen Menschen erstmal Angst. Man weiß nicht genau, was auf einen zukommt. Man kann neue Dinge oft schlecht abschätzen und ist unsicher, ob das was man plant oder in Gedanken hat, auch tatsächlich zum Erfolg führen wird.

Wenn es sich bei diesem „Neuen“ um Sport und Ernährungsgewohnheiten handelt, dann meldet sich gerne unser kleines biestiges inneres Wesen lautstark zu Wort. Du weißt von wem ich spreche, dem inneren Schweinehund. Der bläst dann seine Backen auf, läuft rot im Gesicht an und argumentiert in unseren Köpfen in seiner vollsten Argumentationskraft bis wir neue Dinge entweder gar nicht erst probieren oder nach kurzer Zeit wieder aufhören. Er ist nämlich ganz schön stark dieser innere Kerl. Wenn wir ihn lassen.

In der Arbeit ist das auch nicht anders. Ein Thema, das ich oft höre bei Freunden und Bekannten ist, dass sich bei ihnen im Job ständig etwas verändert, sie das aber nicht mögen. Das sogenannte Change Management ist ein Schlagwort, über das viel geschrieben wird. Wie können Firmen ihre Mitarbeiter besser mit ins Boot holen wenn eine Firmenübernahme, Umstrukturierungen oder Entlassungen anstehen, so dass die Mitarbeiter nicht gegen die Veränderung sind, sondern mit ihr wachsen? Wie können Firmen ihre Mitarbeiter so motivieren, dass sie diesen Veränderungen positiv und offen gegenüber sind?

Besonders wir Deutsche oder Mitteleuropäer sind bekannt dafür, dass wir das Glas oft erstmal nur halbleer statt halbvoll sehen und alles erstmal schwarz malen, bis sich im Laufe der Zeit zeigt, dass alles doch nur halb so schlimm oder besser als gedacht ist. Manchmal entwickelt sich eine vermeintlich schwarze Situation auch in eine graue oder weiße und im Nachhinein sind doch alle zufrieden mit sich und der Welt. Manchmal.

Was hat das jetzt alles mit dir und dem Sport zu tun?

Ich erlebe viele Menschen, die wenig bis keinen Sport machen und sich auch nicht vorstellen können, was sie tun sollten. Sie wissen zwar oft was sie nicht machen wollen oder können, doch was ihnen Freude bereiten könnte, da stehen sie da und wissen keine Antwort.

  • Tennis spielen ist nichts, weil man da laufen muss und das taugt ihnen nicht.
  • Schwimmen ist nichts, weil man da ins kalte Wasser muss und sie mögen es nicht kalt.
  • Joggen gehen ist nichts, weil da muss man bei Wind und Wetter raus ins Freie.
  • Fitnessstudio ist nichts, weil da wird man so begafft wenn man nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht.

Und dann hört’s auch schon auf mit der Phantasie und der Vorstellungskraft.

Was ist denn mit Martial Arts oder sonst einem Kampfsport, Deep water running, Ashtanga oder Bikram Yoga, Outdoor Zirkeltraining oder Bootcamp Training, Personal Training, einem Kurs bei der Volkshochschule über Rückengymnastik oder Meditation, Gymnastik nach einer Fitness App oder mit YouTube? Was ist mit Golf spielen oder Beach Volleyball? Bouldern vielleicht oder doch lieber gleich ein Kletterkurs? Das geht indoor und outdoor. Mountainbiken geht auch sogar am Stadtrand und Fahrradfahren sowieso. Wie wäre es mit Salsa tanzen oder Tango? Auch mit 43 kannst du noch Basketball spielen oder dich zum Fußball anmelden. Möglichkeiten gibt es in der Regel genug. Wenn du willst.

Ich kenne Menschen, die all das machen. Also nicht ALLE diese Sportarten auf einmal, sondern unterschiedliche Leute machen all das was ich gerade aufgelistet habe und die sind genauso alt wie du und ich, also keine 18 mehr, sondern mitten im Berufsleben oder bereits daraus hinaus.

Klar, jetzt kannst du mit der Argumentation ankommen, in deiner Gegend gibt’s kein Fußball für etwas ältere weibliche Einsteiger oder Salsa tanzen in deinem Ort ist montags und da gehst du mit deiner Freundin immer ins Kino? Bääääh, ist das ne Ausrede oder was? Dann such dir was anderes an Sport oder suche so lange bis du etwas gefunden hast, das dich begeistert.

Du kommst mir dann sicher auch mit der Argumentation an, dass du keine Zeit hast zwei Mal pro Woche zum Klettern zu gehen, schließlich hast du Kind und Kegel und Haushalt und 2 Wellensittiche und einen Garten und 30 Paar Schuhe jede Woche zu putzen und dein Mann ist oft geschäftlich unterwegs und du musst alleine auf die Kinder aufpassen und arbeiten tust du ja auch und gerade ist die Oma gestürzt und hat sich den Arm gebrochen und jetzt musst du ihr jeden Tag Hühnersuppe bringen und und und.

Ja, all diese Argumente kann man haben, aber sie bringen dich nicht voran. Sie bringen dir nichts für deine Gesundheit und sie bringen dir noch weniger dafür, dass du dich von deinem ganzen Stress entspannst.

Sei kreativ und überlege: was kannst du in deinem Alltag umstrukturieren, dass du es zwei Mal pro Woche schaffst zum Klettern zu gehen? Wenn Klettern genau dein Sport ist, der dir Spaß macht und nach dem du dich vollgeladen mit Energie fühlst, dann wirst du Mittel und Wege finden, um das möglich zu machen, dass du zwei Mal pro Woche trainierst.

Du wirst früher aufstehen, um die Hühnersuppe zu kochen oder für Oma eine kaufen. Du wirst deine Kinder von der Nachbarin aus der Schule abholen lassen und deinen Mann am Samstag für ein paar Stunden als alleinigen Babysitter engagieren. Du wirst deinen Garten umwandeln von einem Nutzgarten in einen Ziergarten, der weniger Arbeit macht, so dass du im Sommer nicht jede freie Minute mit Apfelernte und Marmelade kochen beschäftigt bist.

Wenn du wirklich etwas willst, dann schaffst du es auch. Die Frage die du dir stellen musst ist also: was willst du wirklich?

Willst du auf deiner eigenen Beerdigung in deiner Trauerrede hören, dass du immer so toll die Wellensittiche gefüttert hast und jeden Abend die letzte warst, die aus der Arbeit gegangen ist? Willst du hören, dass deine Hühnersuppe die leckerste der ganzen Region ist und du die ganze Nachbarschaft damit bekocht hast? Oder willst du hören, dass du die beste Version warst, die du für dich und dein Umfeld sein konntest? Denn die beste Version wirst du nicht, indem du dich für andere aufopferst, sondern indem du intuitiv in dich hinein spürst, was dir gut tut und was dir Spaß macht.

Es ist dein Leben und du hast nur EINES. Es wird also Zeit, dass du auch mal an dich denkst und nicht nur an andere. Dein Arbeitgeber wird es dir nicht danken, wenn du dich für ihn aufopferst. Bei der nächsten Entlassungswelle bist du wenn es schlecht läuft dennoch weg, auch wenn du vorher 7 Tage die Woche 10 Stunden im Büro warst. Wenn du immer nur an andere denkst und deine eigenen Bedürfnisse nach hinten schiebst auf deiner Prioritätenliste, überlege mal, was passiert, wenn dir was passiert? Wenn du einen Herzinfarkt bekommst oder Burnout oder Bandscheibenprobleme oder einfach nur ständig schlapp und müde wegen zu viel Verantwortung.

Die einzige wirkliche Verantwortung die du hast ist die Eigenverantwortung für dich selbst und deine Gesundheit.

In diesem Sinne: achte mehr auf dich, kümmere dich zuerst um DEIN Wohlbefinden und tue was DIR gut tut. Und dann, aber erst dann, kannst du die beste Mama, die beste Partnerin und die beste Mitarbeiterin sein, die du sein kannst.

Deine Kerstin

Kennst du schon meinen neuen Podcast „Hoch vom Sofa!“? Zu den meisten Blogartikeln nehme ich entsprechend einen Podcast auf. Wenn du also lieber hörst statt liest, dann schau doch mal beim Podcast vorbei.

Über Kerstin Goldstein

Kerstin ist Reisebiene, zertifizierte Pilates-, Fitness- und Meditationstrainerin aus Leidenschaft. Als (online) Coach und Trainerin für Fitness, Ernährung und Entspannung unterstützt sie seit fast 20 Jahren vor allem Frauen dabei, ihre sportlichen und gesundheitlichen Ziele umzusetzen.

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