Intuitive Ernährung – was ist das?

Ich werde immer wieder gefragt, Kerstin, wie soll ich mich denn ernähren, dass ich abnehme. Oder: Welche Lebensmittel kann ich denn überhaupt noch essen, man hört überall was anderes. Oder: Soll ich diese teuren Superfoods essen, dass ich schneller Gewicht verliere, ist da was dran.

Ich möchte heute etwas Licht in diese ganze Unsicherheit bringen und erzählen, nach welchen Kriterien ich meine Ernährungsentscheidungen treffe und was ich auch an meine Kundinnen versuche zu vermitteln.

Ich denke nicht in:

  • wie viele Kalorien hat das
  • Kohlenhydrate sind schlecht für mich
  • ich muss unbedingt noch Eisen oder Kalzium heute essen
  • wo kriege ich heute meine 5g Protein noch her
  • ich darf das nicht essen, das macht mich dick

Sondern meine Ernährungsentscheidungen treffe ich mit dem Gedanken:

  • was tut mir gut?
  • was gibt mir Energie?
  • was hält oder macht mich gesund?
  • was ist genau das was mein Körper heute verlangt?
  • kann ich danach Bäume ausreisen?
  • falle ich danach in ein Nachmittagsloch?
  • bringt mich das was ich vorhabe zu essen, meinem Ziel näher?

Ich nenne das intuitive Ernährung.

Ich höre auf meinen Körper und gebe ihm das was ihm gut tut, seine Gesundheit fördert und mich kurzfristig und langfristig vital und voller Energie sein lässt.

Bei mir gibt es keine Verbote. Ich darf grundsätzlich alles essen. Nur weiß ich, dass manche Dinge mich voranbringen und mir gut tun und manche bringen mich von meinem Ziel weg. Dennoch gönne ich mir diese vermeintlich ungesunden Dinge ab und an oder wenn ich ganz speziell Lust darauf habe. Aber eben nicht ständig.

Es gibt auch bei mir Kuchen, Chips, Weißbrot, Pizza, Schokolade und Cocktails. Aber nicht jeden Tag. Aber wenn, dann zumindest soweit möglich in Bio-Qualität und mit hochwertigen Zutaten. Dann genieße ich diese kleine Sache ganz bewusst und freue mich, dass ich sie mir mit gutem Gewissen gönne.

Danach gibt’s auch keine Extrarunde auf dem Crosstrainer weil ich ein schlechtes Gewissen habe, weil ich „gesündigt“ habe. Das Wort „Sünde“ kommt in meinem Sprachschatz nicht vor. Ich habe mir einfach nur diese Sache, die ich unbedingt essen wollte gegönnt, habe sie genossen und fertig. Am nächsten Tag geht’s wieder zur normalen Essensroutine zurück.

Wenn ich Kuchen backe, dann backe ich mit Dinkelvollkornmehl, es kommt ganz wenig Zucker (oder gar keiner) rein oder vielleicht mal etwas Dicksaft. Wenn ich Schokolade esse, dann dunkle mit mind. 70% Kakaoanteil und aus Reis- oder Kokosmilch. Wenn ich Chips kaufe, dann achte ich auf den Salzgehalt und die müssen auch unbedingt aus Bio-Qualität sein. Pizza gibt’s nur beim Italiener, denn wenn schon, dann frisch und von jemand gemacht der einen italienischen Song beim Teig ausrollen pfeift. Nudeln esse ich für mein Leben gerne, aber für zuhause kaufe ich Pasta aus Buchweizenmehl, Linsen oder Kichererbsen.

Genuss, JA, aber bitte nicht auf Kosten meiner Gesundheit.

Ich habe herausgefunden, dass mir persönlich eine pflanzenbasierte Ernährung am besten bekommt (wobei sicher auch ethische und umwelttechnische Gründe mit reinspielen). Ich ernähre mich zu 98% vegan und zu 2% vegetarisch. Vegetarisch nur wenn ich außer Haus esse und es nichts rein pflanzliches gibt, das mich von der Speisekarte aus anlacht in dem Moment.

Jede Woche probiere ich neue Rezepte aus. Selten gibt es bei mir zweimal das gleiche Rezept, außer ein paar Standards, die sehr gut klappen und die immer schmecken. Durch meine Neugierde für Neues, lerne ich auch immer mehr welches Essen zu mir passt und was nicht.

Bei meinen Entscheidungen was ich esse, gehe ich so vor wie ich es oben beschrieben habe. Egal ob ich zuhause selbst koche oder ins Restaurant gehe. Pro Woche gehe ich mindestens vier Mal außer Haus zum Essen. Da ich von zuhause arbeite, gehe ich gerne unter Mittag raus, laufe eine Runde spazieren und setze mich dann zum Essen in ein Lokal. Und auch dort entscheide ich nach den Werten, die ich für mich definiert habe.

Ich erwarte nicht, dass meine Kundinnen ebenfalls vegan essen, denn jeder Mensch ist unterschiedlich und hat unterschiedliche Essensgewohnheiten aus der Kindheit, Erfahrungen, Gelüste, Vorlieben, Allergien und Bedürfnisse. Du kannst also auch gerne weiterhin Fleisch oder Fisch essen und trotzdem nach den oben genannten Kriterien deine Entscheidungen treffen.

Nicht jede Ernährung passt für jeden und wenn du mit zehn Ernährungscoaches sprichst, dann wollen dir alle ihre Sichtweise aufdrücken. Dass ihre Ernährung die beste ist. Selbstverständlich gebe ich in meinen Coachings meine Tipps weiter wie man mehr pflanzliches in seine Ernährung integriert. Selbst wenn du gerne Fleisch ist, kannst du welches kaufen, das hochwertiger ist und dir dadurch mehr Energie gibt. Auch wenn du gerne Fisch isst, kannst du pflanzliche Tage oder gemüsebasierte Mahlzeiten einbauen und an diesen Tagen die Tipps aus meinem Coaching mit einfließen lassen.

Mir geht es darum, dass du möglichst bunte Lebensmittel auf deinem Teller liegen hast. Rote, gelbe, grüne, braune, lila Lebensmittel. So viel Farbe wie möglich. Denn das gibt Nährstoffe und Energie. Das hilft dir kein Nachmittagstief zu haben, keinen Heißhunger auf Süßigkeiten, Cola, Kaffee oder Chips.

Ich finde, die Ernährung sollte zu mindestens 80 Prozent aus gesundheitsfördernden Lebensmitteln bestehen und zu maximal 20 Prozent aus eher ungesünderen Dingen, die du dir bewusst gönnst weil du sie liebst.

Es gibt nicht die EINE perfekte Ernährung, die für alle Menschen passt. Aber es gibt die EINE perfekte Ernährung, die am besten zu DIR passt.

Kennst du schon meinen neuen Podcast „Hoch vom Sofa!“? Zu den meisten Blogartikeln nehme ich entsprechend einen Podcast auf. Wenn du also lieber hörst statt liest, dann schau doch mal beim Podcast vorbei.

Über Kerstin Goldstein

Kerstin ist Reisebiene, zertifizierte Pilates-, Fitness- und Meditationstrainerin aus Leidenschaft. Als (online) Coach und Trainerin für Fitness, Ernährung und Entspannung unterstützt sie seit fast 20 Jahren vor allem Frauen dabei, ihre sportlichen und gesundheitlichen Ziele umzusetzen.

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