Morgenroutine. Brauchst du das?

Hast du eine Morgenroutine?

Überall liest man über Morgenroutine. Ich habe das Gefühl, es gibt unter erfolgreichen Menschen derzeit kein anderes Thema, als sich darüber auszutauschen wer welche wichtigen oder unwichtigen Dinge am frühen Morgen gleich nach dem Aufstehen macht. Morgenroutine ist daher ein bisschen mein Unwort des Jahres geworden. Ständig werde ich gefragt, wie meine Morgenroutine ist und das werde ich dir in diesem Artikel beantworten.

Ich habe nämlich keine.

Zumindest keine dauerhafte.

Gut, ich habe schon eine, aber das ist für mich nichts was einen Titel braucht. Bei mir gibt es Dinge die mache ich automatisch, weil sie mir wichtig sind. Und es gibt andere Dinge, die mache ich immer wieder, aber nicht jeden Tag und auch nicht regelmäßig. Und dennoch sind sie mir wichtig. Aber nur zu bestimmten Zeiten. Und dann wieder eine Weile nicht.

Zuerst zu den Dingen, die wohl zu sowas wie meiner dauerhaften oder regelmäßigen Morgenroutine gehören. 

1. Ich stehe immer ohne Wecker auf wenn ich keine besonderen Termine am frühen Morgen habe

Ich bin ein sehr schlechter Schlafer. Gut schlafen gehört nicht zu den Dingen, die bei mir eine Stärke sind. Daher habe ich mir im Laufe der letzten Jahre angewöhnt möglichst ohne Wecker aufzustehen. Das heißt jetzt nicht, dass ich bis ultimo schlafe, nein, ich bin ein Frühaufsteher und fürs Wecken, dafür habe ich den Wecker von meinem Mann. Der klingelt während der Woche um 6.45 Uhr. Bin ich vorher wach und habe Lust aufzustehen, dann stehe ich früher auf. Bin ich noch müde, dann bleibe ich liegen bis sein Wecker klingelt.

2. Gleich nach dem Aufstehen mache ich leichte Haushaltstätigkeiten

Wenn Wäsche bei uns zum Trocknen herumsteht, dann nutze ich die ersten Minuten nach dem Aufstehen, um T-Shirts vom Ständer abzuhängen, Socken zusammenzupaaren und sonstige Sachen rund um Wäsche zu tun. Für mich ist das eine Arbeit, bei der ich nicht denken muss, ich kann sie also im Halbschlaf machen und währenddessen aufwachen. Ich liebe das.

Samstags steht mein Mann später auf. Wir haben ein Agreement, dass ich am Wochenende vor 8 Uhr weder den Smoothiemaker noch den Thermomix anwerfen darf. Wenn ich also um 6 Uhr wach bin, dann muss ich mich leise beschäftigen. Besonders gerne mache ich das am Wochenende beim Hemdenbügeln. So wie andere Menschen es hassen zu bügeln, finde ich es eher entspannend. Für mich ist das kein Stress, sondern Entspannung. Spülen genauso. Ich liebe diese frühen Morgenstunden in denen in gedankenverloren über ein Hemd bügele und dabei einen Podcast höre oder eine meiner ruhigeren Lieblingsmusiken.

3. Frühstückszeit, die wichtigste Zeit des Tages für mich

Die Zeit, die mein Mann im Bad verbringt, nutze ich um Frühstück vorzubereiten. Frühstück ist für mich enorm wichtig, ich lasse mir Zeit beim Vorbereiten. Am Wochenende gibt es gerne Kerstin-Spezial-Pancakes, mein Sonntagsmüsli oder ich gehe zum Brötchen holen. Während der Woche koche ich Porridge oder bereite ein normales Müsli inklusive Obst schnippeln vor. Mehrmals die Woche wird entweder frischer Smoothie gemixt oder Juice gepresst. Das alles braucht seine Zeit, aber da ich früh genug aufstehe, stresst es mich nicht.

4. Mit Ruhe in den Tag starten

Wichtig ist für mich, dass ich morgens in Ruhe alle Dinge mache, die ich so mache. Hektik hat bei mir vor der Zeit am Schreibtisch nichts verloren. Ich bin ein Genießer und liebe meinen entspannten Start in den Tag. So gut es geht versuche ich Termine auf nach 8 Uhr zu legen. Zug fahren um 6.45 oder Flieger erwischen um 6.30 Uhr ist für mich ein Horror. Erstens schlafe ich dann meistens schlecht (Thema Wecker) und zweitens artet das dennoch, trotz aller guter Vorbereitung meistens leicht in Hektik aus.

Und dann gibt es Dinge, die ich in unregelmäßigen Abständen mehr oder weniger regelmäßig als Morgenroutine mache.

* Ich kann mich wochenlang dazu motivieren gleich morgens nach dem Aufstehen ins Fitnessstudio zu gehen und dort einen Kurs mitzumachen. Egal ob 6.30 Uhr Stretching, 7 Uhr Pilates oder 8 Uhr Pilates Reformer, aber nichts mit Power. Und nach ein paar Wochen geht das morgens nicht mehr.

* Ich kann mich wochenlang morgens zum Meditieren hinsetzen und eine geführte Meditation machen, während es zuhause noch ruhig ist. Und nach einer Weile habe ich dazu keine Lust mehr.

* Ich habe im Frühjahr als in in Bali für 5 Wochen war, jeden Morgen nach dem Aufstehen meine Faszien gerollt. Zuhause in Deutschland habe ich es erst einmal geschafft.

* Ich habe von meinem Orthopäden bestimmte Übungen erhalten, um meine Knie zu stärken. Eine zeitlang schaffe ich es, die gleich morgens zu machen, dann wieder nicht.

* Letzten Sommer habe ich mir vorgenommen, morgens gleich nach dem Aufstehen eine Runde um den Block zu gehen, wenn alles noch ruhig ist und schläft. Einige Male habe ich es auch geschafft, dann war meine Motivation vorbei.

* Manchmal höre ich morgens einen Podcast oder Musik, ich lese ein Buch, eine Zeitschrift oder ein eBook.

* Manchmal lege ich mich aufs Sofa und träume einfach nur vor mich hin.

* Manchmal bin ich so in Fahrt, dass ich schon vor dem Frühstück die Wohnung putze.

Oder arbeite.

Oder Facebook checke.

* An manchen Tagen schnippele ich Karotten oder Paprika in Stücke und packe die als Snack in eine Tupperdose.

* Derzeit gehört zu meiner Morgenroutine, dass ich einen Schluck Aloe Vera Saft trinke, der gut für meine Gelenke sein soll. Eine Zeitlang habe ich morgens eine halbe Zitrone ausgepresst und diese mit warmem Wasser auf nüchternen Magen getrunken.

* Manchmal setze ich mich hin und schreibe in mein Journal, was ich an dem Tag erreichen will und wie ich mir meine Zukunft vorstelle. Manchmal komme ich erst später am Tag dazu.

Alle kurzfristigen Routinen, die ich nur ein paar Tage oder Wochen lang mache, kommen in unregelmäßigen Abständen wieder. Warum? Weil sie mir eigentlich Spaß machen. Ich will mich nur nicht auf eine bestimmte Sachen festlegen, sondern morgens auf meinen Körper und meinen Geist hören, was er an dem Tag braucht und nach was er verlangt. Alles andere schränkt mich zu sehr ein und widerspricht meinem Ideal von intuitivem Leben. Ich höre auf mich und tue das was mir in dem Moment gut tut.

Was gar nicht zu mir passt, obwohl es DAS ultimative Erfolgsrezept für morgens ist

Eine Sache, die immer wieder in den „10 besten Morgenroutinen von erfolgreichen Menschen“ genannt wird, ist Wechselduschen. Damit kann ich mich gar nicht anfreunden. Kaltes Wasser auf meinem Körper macht mich schlecht gelaunt für den Rest des Tages. Ich hasse kaltes Schwimmbadwasser, kaltes Meerwasser und ganz besonders kaltes Duschwasser. Diese Routine habe ich bisher nicht bei mir aufgenommen.

Genauso wird oft propagiert als ultimative Morgenroutine: keine E-Mails, kein Whats App, kein Social Media checken vor dem Frühstück. Daran arbeite ich noch. Da fasse ich mich an meine eigene Nase, das ist Work in Progress.

Was will ich dir damit sagen?

Finde deine eigene Morgenroutine. Vielleicht bist du ein Typ, der gerne eine wirkliche Routine hat, die man jeden Morgen „abhakt“ und die man ganz automatisch macht. Für viele Menschen funktioniert das fantastisch. Für mich nicht. Das ist mir nicht intuitiv genug.

Höre auf deinen Körper und vielleicht pickst du dir aus meinen unregelmäßigen Regelmäßigkeiten ein paar Inspirationen heraus, die du für dich ausprobierst. Ich wünsche dir jedenfalls viel Spaß dabei.

Denke immer daran: Lebe fit,  egal wo du gerade bist und komme hoch vom Sofa!

Deine Kerstin

Über Kerstin Goldstein

Kerstin ist Reisebiene, zertifizierte Pilates-, Fitness- und Meditationstrainerin aus Leidenschaft. Als (online) Coach und Trainerin für Fitness, Ernährung und Entspannung unterstützt sie seit fast 20 Jahren vor allem Frauen dabei, ihre sportlichen und gesundheitlichen Ziele umzusetzen.

Ähnliche Posts

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?