Reisebericht  Armenien

im Land der Gegensätze (plus Workout Videos)

Wo genau liegt eigentlich Armenien?

Noch vor wenigen Wochen hätte ich nie gedacht, dass ich in absehbarer Zeit nach Armenien reisen würde. Ich musste erstmal die Landkarte befragen, wo das Land genau liegt. Doch jetzt liegen 8 Tage Armenien hinter uns und wir sind hin und weg von dem Land im Kaukasus.

Eigentlich wollten wir ins Nachbarland Azerbaijan, denn die Hauptstadt Baku soll wunderschön sein. Als mein Mann angefangen hat zu recherchieren wegen Unterkünfte, ist er durch Zufall auf Armenien gestoßen. Zahlreiche YouTube Videos später und der Trip war gebucht. 4 Nächte Yerevan, 3 Nächte im Landesinneren, 1 Nacht Yerevan.

Was kann man in der Hauptstadt Yerevan erwarten?

Am ersten Abend haben wir uns einen lokalen Stadtführer genommen, der uns einiges über das Land erzählt hat. Armenien hat etwas über 3 Millionen Einwohner insgesamt. Davon leben 1 Million in Yerevan. Außerhalb des eigenen Landes sind wohl nochmal die gleiche Anzahl armenisch-stämmige Menschen auf der ganzen Welt verstreut.

Auf alle Fälle erwarten dich:

  • Gegensätze zwischen russischer Historie und moderner Internationalität
  • lebendige Restaurants
  • leckeres unwiderstehliches armenisches Brot
  • frische Saftbars an jeder Straßenecke
  • viele sehr schön hergerichtete Parks und Wasserspiele

Krasse Gegensätze


Moderne europäisch orientierte Welt (tolle Restaurants | schick gekleidete Menschen | teure Autos) treffen auf russisch angehauchte Relikte (Plattenbauten | Lada Autos | zerfallende Gebäude). Yerevan ist eine lebhafte Stadt, die wir sehr ins Herz geschlossen haben. Nach 4 Nächten haben wir uns gefühlt wie zuhause.

Immer wieder sieht man teure Bentleys oder elektrische VWid4 auf den Straßen. Direkt daneben an der Ampel stehen uralte Lada ohne Stoßstange. Man fragt sich, wie diese in dem Zustand noch fahren können, aber hier scheint alles zu gehen (und erlaubt zu sein).

Die westliche Lebensart und sowjetische Historie sind verschmolzen. Obwohl Armenien zum asiatischen Kontinent gehört, sehen die Menschen sehr europäisch aus. Gepflegtes Essen mit Freunden und Familie wird nicht nur am Wochenende zelebriert. An einem gewöhnlichen Dienstagabend ist die Innenstadt genauso lebhaft voll wie Samstag oder Sonntag.

Leckeres Essen


Wo soll man nur beginnen sich durch all die Schlemmereien durchzuessen? An Angebot gibt es alles, nach was der Gaumen gelüstet: Italienisch, Mexikanisch, Thai, Japanisch, Vietnamesisch, International. Jeder Geschmack kann bedient werden. Sogar ein deutsches Paulaner Wirtshaus gibt es (in das wir es leider nicht geschafft haben).

Wir haben definitiv zu viel leckeres armenisches Lavash Brot gegessen. Das ist ein dünnes Brot, ähnlich wie ein auf ein Meter langgezogener Tortilla-Fladen. Der Geschmack ist aber anders. Auch eine Art frisches Fladenbrot wird in speziell armenischen Restaurants oft gebacken. Man sieht einen Brotbäcker zahlreiche Teiglinge an die Wand eines Tonofen kleben, die er nach einigen Minuten frisch und knusprig wieder rausholt.

Am besten haben uns jedoch die frischen Pfirsiche geschmeckt. Diese sind zum reinlegen lecker. Viel größer als wir sie aus dem Supermarkt kennen und tausendmal geschmackvoller. Man schmeckt die Sonne mit jedem Bissen.

Yerevan ist außerdem beliebt für seine kleinen unscheinbaren Saftbars. An jeder Ecke und in jedem Hinterhof gibt es einen einfachen Laden, der frischen Orangen- oder Granatapfelsaft auspresst. Es ist normal für Yerevanis mit einem Becher Saft durch die Stadt zu schlendern.

Was wir erstaunlicherweise nicht gesehen haben (aber auch nicht vermisst), sind die diversen amerikanischen Essensketten, wie McDonalds, PizzaHut, Starbucks & Co. Lediglich KFC war mehrmals vertreten.

Sehenswürdigkeiten


Es gibt einige Denkmäler, die man als Tourist sehen sollte. Allen voran die Cascade – ein riesiger Treppenaufgang aus weißem Stein mit Instagram Foto-Appeal. Die 750 Stufen kann man entweder sportlich mit eigener Muskelkraft bewältigen oder entspannt einige lange Rolltreppen bis zur obersten Plattform hochschweben.

Beeindruckend ist auch das Genozid Museum, das etwas außerhalb der Stadt liegt, mit dem Taxi aber gut erreichbar ist. Sehr eindrucksvoll wird dort die Geschichte der Massenmorde des 19. und 20. Jahrhunderts dargestellt. Sicherlich ist das vom Thema her kein leichter Besuch. Wir haben das Museum nachdenklich verlassen und hoffen, dass heutzutage solch grausame Taten nicht mehr vorkommen.

Die Kathedrale von Yerevan ist die größte der Armenisch Apostolischen Kirche und sehr imposant gebaut. Überhaupt: Kirchen können sie bauen, die Armenier. Wir haben auch außerhalb der Hauptstadt einige wunderschöne Bauten gesehen. Ich habe gelernt, dass Armenien das erste Land überhaupt war, welches das Christentum als nationale Religion angenommen hat.

Zu Fuß kommt man in Yerevan fast überall in der Innenstadt hin. Yerevan ist allerdings keine Stadt, die nur so von Sehenswürdigkeiten strotzt wie Sydney oder New York. Vielmehr will die Stadt kulinarisch genossen werden oder durch vermeintlich unscheinbare Kleinigkeiten beeindrucken. Lass dich treiben und du wirst viele spannende Ecken, historische Tunnel, Grünanlagen oder historisch angehauchte Kinder-Vergnügungsparks entdecken.

Was hat den meisten Eindruck hinterlassen?


Eindeutig die kostenfreien Wasserspender, die man überall im Land findet. In Yerevan gibt es diese alle paar Meter. Nicht nur Menschen erfreuen sich am Wasserangebot bei über 30 Grad Sonne. Auch Vögel und Hunde haben wir davon schlabbern sehen. Genial!

Meiner Meinung nach sollte kostenfreies Trinkwasser in allen Städten der Welt angeboten werden. Der Umwelt würde es auf alle Fälle guttun, wenn weniger Plastikflaschen im Umlauf wären.

Kann man in Armenien mit einem Mietwagen selbst fahren?


Ja und Nein. Wenn du normalerweise in einem kleinen Dorf wohnst und bereits die Fahrt nach München, Hamburg oder Berlin als stressig empfindest, dann lass es lieber.

Wer selbst fährt, braucht gute Nerven und einen schnellen Fuß am Gas und auf der Bremse, um unzählige Schlaglöcher und andere Autos zu umschiffen. Die Locals haben hier einen, sagen wir mal, sehr eigenen Fahrstil … und teilweise die Straßen das gewisse Etwas für Abenteurer.

Die Wege sind nicht nach der DIN-Norm gebaut (oder geflickt). Selbst neue Straßen sind uneben und schaukeln dich durch. Du wirst ständig mehr oder weniger große Schlaglöcher umschiffen müssen.

Wenn du cool bleibst, wenn direkt vor dir jemand von der Gegenfahrbahn abbiegt, ein Auto direkt vor dir scharf bremst oder mit Affenzahn in deinen Weg einbiegt: bitte sehr. Wenn du bei all dem einen klaren Kopf behältst, deinen Reisepartner nicht verrückt machst oder anschreist, dann kannst du super in Armenien fahren. Du brauchst lediglich etwas Erfahrung im Umgang mit hektischen Städten und teilweise schlechten Bodenverhältnissen. Wir haben es überlebt und dadurch viel vom Land in kurzer Zeit gesehen.

Welche Sprache wird in Armenien gesprochen?


Mit Englisch kommt man recht gut weiter, aber nicht überall. In Yerevan haben wir überall mehrsprachige Speisekarten bekommen und die Leute sprechen ein paar Brocken, teilweise auch recht gut, Englisch.

Russisch scheint gut verstanden zu werden. Und natürlich die Landessprache, Armenisch.

Mit der internationalen Sprache von Deuten und Fingerbewegung, unterstützt von google translate, geht aber (fast) alles. Nur aufpassen, wenn du, so wie wir, vegetarisches Essen auf dem Land bestellst. Das wird dann gerne auch mit fleischigem Inhalt geliefert … google translate sei Dank!

Bist du schon in Armenien gewesen? Wie war dein Eindruck?

Kann man in Armenien gut wandern?


Wir haben eine spontane Tour in der Gegend rund um Vanadzor gemacht. Trotz Nachfrage haben wir keine ausgewiesenen Wanderwege gefunden. Das mag sicherlich unterschiedlich in anderen Areas sein. Da wir sehr wander-erfahren sind und unbedingt in die Natur losziehen wollten, haben wir uns kurzerhand unsere eigenen Wege gesucht. Mit etwas besserer Vorbereitung unsererseits, hätten wir vielleicht woanders übernachten sollen, um mehr Wanderrouten zu finden, die für Touristen gut nachvollziehbar sind. 

Die Aussicht von den Bergen in Armenien ist traumhaft, auch wenn es in unserer Gegend keine öffentlichen Wanderwege gab. 

Unsere Mitbringsel für dich

Mit im Gepäck nach Hause haben wir nicht nur zahlreiche Erinnerungen, sondern auch einige Videos. Drei Workout-Videos sind entstanden im Glamping Park in der Nähe von Vanadzor (ca. 2,5 Std. außerhalb von Yerevan). Ungeplant ist beim Wandern in der Gegend noch eine Meditation zu Video gekommen. Bisher sind 2 Videos veröffentlicht, die restlichen folgen in Kürze. 

Fazit

Ich würde gerne sagen, wir kommen wieder. Doch nachdem wir i.d.R. nur einmal in jedes Land reisen, wird das eher nichts. Doch ich lege jedem ans Herz Armenien zu besuchen. Dich erwartet ein besonderer Fair, sehr freundliche Menschen und eine bezaubernde Natur. Schreibe mir gerne, wenn du die Reise angetreten hast oder dir Fragen rund um Armenien kommen. 

Hast du Fragen?

Du möchtest mehr wissen über meine Pilates Online-Angebote? Dann lass uns sprechen oder schreibe mir ein E-Mail.

Fazit

Ich würde gerne sagen, wir kommen wieder. Doch nachdem wir i.d.R. nur einmal in jedes Land reisen, wird das eher nichts. Doch ich lege jedem ans Herz Armenien zu besuchen. Dich erwartet ein besonderer Fair, sehr freundliche Menschen und eine bezaubernde Natur. Schreibe mir gerne, wenn du die Reise angetreten hast oder dir Fragen rund um Armenien kommen. 

Hast du Fragen?

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© 2022 Kerstin Goldstein