Der Start ins neue Jahr ist für viele Menschen ein Neubeginn hin zu mehr Gesundheit.

Versuchst du Gewicht zu verlieren, gesünder zu essen oder mit dem Rauchen aufzuhören? Hast du im letzten Jahr versucht Veränderungen herbeizuführen, es aber nicht so geschafft, wie du gerne wolltest? Meinst du es hat mit Motivation und festem Willen zu tun?

Wenn wir Gewohnheiten versuchen zu ändern, verzetteln sich viele Menschen in dieser „Willens-Falle“- einer Ansicht, dass man nur motiviert genug sein muss, um alles zu schaffen was man möchte.

Wenn es so einfach wäre, dann hätte ich bereits Berge versetzt, doch leider ist Motivation alleine nicht genug.

Motivation ist nicht ausreichend, um deine Ziele (egal welches) zu erreichen. Wenn du es nicht schaffst dein gesetztes Ziel zu erreichen, dann nehmen wir uns oft vor es beim nächsten Mal noch intensiver, noch härter zu probieren. Und allein das reicht aus, um viele Menschen zu frustrieren. Veränderung bewirkst du dadurch nicht. Darum schaffen es auch z.B. 98% der Amerikaner nicht, ihre Ziele zu erreichen. Die Statistik für Deutsche sollte nicht viel anders sein.

 

Veränderung IST aber möglich. Aber du brauchst mehr als Willensstärke und Motivation.

Wie erreichst du also deine Ziele, wenn Willensstärke und Motivation alleine nicht ausreichen?

 

1. Mache deine „Komplizen“ zu „Freunden“

Ein „Freund“ ist jemand, der uns positiv beeinflusst. Jemand der uns unterstützt eine schlechte Gewohnheit aufzuhören oder eine gute Sache zu beginnen. Ein Freund holt uns auf den richtigen Weg zurück und ermutigt uns, wenn wir schwach werden.

Ein „Komplize“ ist jemand der uns negativ beeinflusst. Jemand der uns darin bestärkt, eine schlechte Gewohnheit weiterzuführen oder eine gute Sache aufzugeben. Ein klassischer Komplize ist ein Kollege oder eine Kollegin, die einen immer wieder fragt, ob man nicht eine mit rauchen gehen will. Oder die 10x am Tag mit der Süßigkeitendose vorbeikommt, nur damit sie nicht alles alleine isst (das beruhigt ihr Gewissen = geteiltes Leid oder in dem Fall geteilte Süßigkeiten setzen auch bei dir und nicht nur bei ihr an und dann fühlt sich die Kollegin gleich besser 😉 ).

Überlege mal, wo du in deinem Alltag von Komplizen umgeben bist und wie sie (oft unbeabsichtigt und ohne böse Absicht) deine guten Vorsätze sabotieren. Du wirst es nur schaffen, deine schlechten Gewohnheiten abzulegen und neue gute Gewohnheiten zu beginnen, wenn du deine Komplizen in Freunde umwandelst. Sie auf deine Seite holst. Falls das nicht möglich sein sollte, dann gehe diesen Komplizen so gut es geht aus dem Weg und suche dir neue Freunde oder bestärke deine alten Freunde, dich zu unterstützen.

Es ist natürlich auch wichtig, WAS für Freunde du hast. Wenn deine engsten Freunde übergewichtig sind und du willst abnehmen, dann ist es 57 % wahrscheinlicher, dass du es nicht schaffst. Such dir deine „Freunde“ also auch ganz genau aus.

 

2. Suche dir einen oder mehrere „Coaches“

Ein Coach (oder Mentor) kann aus dem Freundeskreis kommen oder von außerhalb. Sie hilft dir, die Informationen zu bekommen und herauszufinden, die du brauchst, um dein Ziel zu erreichen.

Ein Coach sucht vielleicht eine Adresse von einem bekannten Hypnose Spezialisten, der sich mit Raucherentwöhnung auskennt. Oder sucht leckere gesunde Rezepte für dich aus und erklärt dir im Bio-Supermarkt Lebensmittel, die du bisher noch nicht nutzt.

Coaches sind wichtig, um Verhalten zu ändern. Ein Coach zieht dich zur Rechenschaft und nimmt dich in die Verantwortung, wenn du anfängst zu schwächeln und nachlässt. Ein Coach ist also stärker als eine Freundin und „tritt dir stärker in den Hintern“. Natürlich kannst du auch mehrere Coaches haben.

Tatsache ist: wer Coaches hat, hat 40 % mehr Chancen erfolgreich zu sein in der Zielerreichung.

 

3. Kontrolliere und gestalte deine Umgebung

Ändere deine Umgebung in der du dich täglich aufhältst so, dass es dir leichter fällt gute Gewohnheiten beizubehalten und schlechte abzulegen.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Befragte durchschnittlich 92 % des Tellerinhalts essen, egal wie groß der Teller ist. Wenn du deinen großen Teller für einen kleineren tauschst, dann hilft dir das etwa 33 % Kalorien zu sparen.

Bringe gute Sachen in deine Nähe und schiebe schlechte Sachen weit weg:
Obst auf die Küchentheke legen, Schokolade in die hinterste Schublade im höchsten Regal.

Nutze auch Technik als Unterstützung: suche nach Apps, die dich beim Erreichen deines Ziels bestärken. Wenn du beispielsweise 10.000 Schritte jeden Tag laufen möchtest, dann suche dir eine App, die deine Schritte zählt.

Hänge dir Hinweise auf: nutze Post it’s und schreibe darauf dein Ziel. Hänge diese an mehrere Orte in deiner Wohnung, wo du täglich daran erinnert wirst. Hänge dir auch Post it’s auf, die dich an deinen Fortschritt erinnern und dich ermutigen, wie weit du schon gekommen bist. Eine meiner Kundinnen hat sich als Ziel gesetzt, mutiger zu werden und sich mehr zu trauen. An mehreren Orten in ihrer Wohnung hat sie Sprüche platziert und entsprechende Bilder aufgehangen, die sie an ihr Vorhaben erinnern.

Dieses Video fasst es nochmal anschaulich zusammen. Absolut sehenswert, finde ich!

 

 

4. Erstelle einen Plan

Um deine Ziele zu erreichen, brauchst du einen Plan. Wenn du mit dem Auto in den Urlaub fährst, gibst du ja auch ins Navi ein wohin du willst und fährst nicht einfach drauf los.

Setze dir also ein Ziel und schreibe es am besten auf. Detailliert aufschreiben, mit vielen Einzelheiten über dein Ziel ist am besten. Vor allem: WARUM willst du dein Ziel erreichen? Je stärker dein WARUM ist, desto leichter wird es dir fallen, an deinem Ziel beständig dran zu bleiben. Aber: nur aufschreiben hilft noch nicht viel, du musst dir auch einen Plan überlegen, WIE du an dein Ziel kommst (nur einen Einkaufszettel schreiben, füllt noch nicht deinen Kühlschrank 😉 ). Besonders deine ersten Schritte, wie du aktiv wirst und beginnst, sind die Wichtigsten.

Und dann lege los mit den ersten Schritten! Sei nicht nur ein Redner und Planer, sondern auch ein Umsetzer deiner Pläne. Bestimmt kennst du auch Leute die ständig sagen: „ach ich würde so gerne mal dies, ach könnte ich nur jenes“, dabei noch tief seufzen und dann aber nie überlegen, wie sie ihren Wunsch tatsächlich auch umsetzen könnten. Sei du ein Macher, nicht nur ein Planer!

Wenn du auf Hindernisse stößt, dann sei flexibel und suche dir eine alternative Route. Wenn’s auf dem Weg in den Urlaub Stau auf der Autobahn gibt, dann bleibst du ja auch nicht stehen im Stau oder fährst nach Hause zurück, sondern überlegst mit dem Navi, wo es eine andere Strecke gibt, die dich vielleicht langsamer ans Ziel führt, aber zumindest bist du dann dort. Dein Weg hat sich dann zwar geändert, aber dein Ziel ist immer noch das Gleiche.

 

5. Bleibe auf Kurs

Behalte dein Ziel im Auge, lass dich nicht ablenken. Ein klassisches Beispiel: du möchtest abnehmen und deine Kollegin bringt Kuchen mit ins Büro. Du isst ein Stück Kuchen, denn du möchtest deine Kollegin nicht enttäuschen. Die ganze Zeit über hast du ein schlechtes Gewissen, denn du willst abnehmen und hast auch ganz diszipliniert die letzten Wochen auf Süßigkeiten verzichtet. Du fühlst dich schlecht beim Essen des Kuchens und machst dir Vorwürfe, isst den Kuchen aber trotzdem, der Kollegin zuliebe.

Du hast mehrere Möglichkeiten in dieser Situation:
1. Du erklärst ganz in Ruhe deiner Kollegin, dass es für dich wichtig ist, deinen Abnehmplan einzuhalten, dass du ihren Kuchen sehr gerne probieren würdest und er super lecker aussieht, aber derzeit deinen Plan fokussierst, auf Süßigkeiten verzichtest und daher kein Stück essen möchtest. Das sollte sie akzeptieren, ansonsten ist sie ein „Komplize“ und keine „Freundin“ für dich.

2. Du entscheidest dich bewusst ein Stück Kuchen zu essen und geniesst jeden einzelnen Bissen davon. Du isst ganz in Ruhe und konzentrierst dich darauf, langsam Stückchen für Stückchen genussvoll zu dir zu nehmen. Du siehst den Kuchen als kleine Belohnung für dein Durchhaltevermögen der letzten Wochen an und weisst aber auch genau, dass es bei diesem einen Stück für die nächste Zeit bleiben wird. Mit allen Sinnen genießt du den Kuchen und lässt dir Zeit Gabel für Gabel zu geniessen. Danach kehrst du zu deinem Plan zurück und isst wieder so wie du es für dich zurechtgelegt hast. Ohne schlechtes Gewissen, ohne Reue.

=> Nach dem genussvollen Essen des Kuchens fühlst du dich zufrieden, sagst deiner Kollegin wie toll er geschmeckt hat und freust dich auf deine extra 30-minütige Sporteinheit am Abend, die du nutzen wirst, um den Kuchen wieder abzutrainieren.

Ein schlechtes Gewissen bringt dich nicht voran. Zu jammern und zu sagen, dass du „versagt hast“ und es wieder nicht schaffst mit dem Abnehmen, bringt dich nicht ans Ziel. Aufgeben, weil du einmal „gesündigt“ hast, bringt noch viel weniger.

 

Stelle dir jeden Tag vor, wie es sein wird, wenn du dein Ziel erreicht hast. „Visualisierung“ nennt man das.

 

Beispiel 1:
Wenn du für deinen ersten 10km Lauf trainierst, dann stelle dir jeden Tag vor, wie du deine Schuhe bindest vor dem Start, dich an die Startlinie stellst und los läufst. Stelle dir vor wie du die Strecke läufst und durchs Zieltor kommst. Stelle dir vor, wie du dich im Ziel fühlst, so als wäre die Situation schon gewesen. Dein Selbstvertrauen in deine Fähigkeit die Strecke zu schaffen, wird dadurch immens gesteigert.

Beispiel 2:
Wenn du dein Gewicht reduzieren willst, dann stelle dir jeden Tag vor, wie du aussiehst, sobald du dein Ziel erreicht hast. Welche Kleidung wirst du tragen? Wie wirst du in der Öffentlichkeit auftreten? Wirst du andere Aktivitäten machen als bisher? Stelle dir vor, wie du diese jetzt schon in Gedanken machst.

Wenn du abgenommen hast, dann willst du vielleicht anfangen jede Woche tanzen zu gehen. Stelle dir jetzt schon jeden Tag in Gedanken vor, wie du in einem schicken roten Kleid zur Tanzschule gehst und einen Kurs besuchst.

Stelle ein Foto von dir neben dein Bett, auf dem du in deinem Wunschgewicht aus früheren Tagen zu sehen bist. Jeden Tag beim Aufstehen und Schlafen gehen wirst du so an dein Ziel erinnert.

 

 

Fazit:
Der Spruch „von nichts kommt nichts“ ist wahr. Wenn du etwas erreichen willst, dann musst du etwas dafür tun. Du musst die richtigen Weichen dafür stellen, dir in deinem Umfeld Unterstützung suchen, dein Ziel definieren und dir einen Plan zurechtlegen. Umwege solltest du immer eingeplant haben, denn es kommt immer etwas dazwischen, das dich kurzzeitig vom Weg abbringt. Wenn das der Fall ist, dann greift dein Plan B und bringt dich auf den Weg zurück. Visualisiere täglich dein Ziel und habe immer vor Augen, wie du es erreichst und dich dann fühlst.

Falls eines deiner Ziele im neuen Jahr ist, mehr Sport zu treiben und dich gesünder zu ernähren, dann bin ich gerne dein Coach und Mentor und freue mich über deinen Kontakt.

Viel Erfolg beim Erreichen deiner Ziele!